Sie sind hier: StartseitePferde → Unvergessen

Unvergessen

Lux

Lux


Lux war unser erster Norweger und lebte neun Jahre bei uns. Von seiner vorherigen Zeit ist bekannt, dass er sechs Jahre in einem Heim für Menschen mit geistigen Behinderungen lebte und arbeitete, danach kam er in einen Reittherapiebetrieb für sechs Jahre, von wo ich ihn geschenkt bekam, da er dort nicht mehr mitarbeiten mochte - er war zu dem Zeitpunkt 18 Jahre alt.
Hier bei uns machte er gerne mit, vermutlich weil die Arbeit im Gelände stattfand und er mit Kleinpferden zusammen gut mithalten konnte - vorher waren seine Arbeitspartner auch Großpferde gewesen. Dort war er der Kleinste - hier war er der Größte in der Herde.
Zeitlebens wollte er am Liebsten hinter einem anderen Pferd herlaufen beim Reiten, das gab ihm Sicherheit und Orientierung. Einesteils war das im Betrieb sehr angenehm, weil solange ich vorausritt, kam er immer mit dem Kind obendrauf hinterher - doch wehe ein Kind wollte eben auch mal vorne gehen, oder es ging um Einzelaufgaben - dann konnte man wirklich viel lernen, in Sachen Durchsetzung und Reaktionsschnelligkeit.
Für ein paar Jahre zog er hier im Winter auch gerne Schlitten jeder Art - das schien er vorher nicht gekannt zu haben, doch war er ja Langzügel gewohnt. "Eingefahren" wurde er im Rahmen einer Seminarstunde, von Kursteilnehmern und Kindern.
Sein besondere Stärke waren Geschicklichkeitsritte und VFD Prüfungen, denn da er früher auch an Rekenkursen teilgenommen hatte, waren ihm viele der Aufgaben vertraut und er wollte vor Publikum immer glänzen. Ging dann in toller Aufrichtung und flüssig, man konnte sich einer Plazierung unter den ersten 10 sicher sein.
Ab ca. 25 Jahren nahm die Kolikneigung zu, da er sehr abgewetzte Zähne hatte, die allmählich ausfielen. Trotz Zusatzfutter kamen die Koliken immer häufiger und mit 27 Jahren mußten wir ihn töten lassen.

Blakkur


Blakkur war das erste Pferd, das bei mir gestorben ist.
Er lebte nur vier Jahre bei uns, ich habe ihn gekauft, als er 20 Jahre alt war, er kam mit Flikka gemeinsam hier an, sie war seine große Liebe.
Blakkur wurde in Island geboren und aufgezogen. Als er nach Deutschland kam, wurde er sechs Jahre lang mit Flikka zusammen als Kutschpferd eingesetzt, ein Großvater hatte die beiden für seine Enkel gekauft.
Danach kamen sie beide zu einer Familie, die ihre Isländer am Haus hielt und wurde dort sehr verehrt. Er war ein Rappe und kräftig, ein imposantes Pferd mit viel Ausstrahlung - ich habe kein digitales Foto von ihm.
Man konnte ihn mit vielen Tricks zum Tölten bringen, doch glücklich war er als Dreigänger.
Hier konnte er zwei Jahre mitarbeiten und in dieser Zeit lernten wir ihn schätzen, da er alle - auch kleine Kinder - sicher und ohne zu fressen wieder nach Hause brachte. Für Prüfungen lobten alle seine große Ruhe, mit der man sich viel Sicherheit holen konnte. Bei den Kindergruppen zog er hie und da die Kutsche auch einspännig und konnte dann von Kindern gelenkt werden. Mit ihm war es auch möglich, die Kutsche mal ein Stück rückwärts zu setzen, wenn man die falsche Abzweigung genommen hatte.
Nach zwei Jahren hier brach eine schlummernde Dämpfigkeit aus. Mit homöopathischer Unterstützung lebte er dann noch zwei Jahre. An seinen guten Tagen spielte er weiterhin gerne Streiche, tauchte z. B. die Reitkappe in den Wasserbottich und schöpfte damit Wasser aus.
Entweder wurde er sehr geliebt, oder sehr gefürchtet, was für die Therapie eine große Bereicherung war.

Odin



Merlin



Flikka