Sie sind hier: StartseiteVeröffentlichungen → Die schönen Seiten meiner Augen

Die schönen Seiten meiner Augen

Wenn ich im Sommer morgens losziehe, um meine Ponies von der Weide zu holen, gehe ich zuerst unsere Dorfstraße enlang, wobei mir die Halfter und Stricke über den Rücken herunterbaumeln. Die Halfter haben zwar alle verschiedene Farben, doch unterscheide ich selbst sie eher am Material oder am Muster. Das blaue ist z. B. mit sehr hartem Band und das lila aus ganz weichem. Das grüne hingegen ist mit etwas filziger Oberfläche, usw.
Zu meiner Weide geht es ein kurzes Stück durch den Wald, auf einem wurzeligen und steinigen Weg, auf dem es mir hilft, die Füße zu heben. Im Wald ist das Licht viel erträglicher für mich, doch wenn die Sonne scheint gibt es da so viele Flecken, dass es mich leicht verwirrt, mich das Licht immer wieder überraschend in die Augen sticht und ich den Untergrund mehr mit den Füßen sehe. Die große Wiese, auf der meine Tiere die Nacht verb4racht haben, liegt an einem steilen und buckligen Hang, sodass ich ungern darauf herumlaufe. Silfur, mein erstes eigenes Pferd ist der Chef, der nun irgendwo auf dem großen Areal herumsteht. ER ist ganz braun und für mich also auf der Wiese perfekt getarnt. Auch die Länge von 120 m läßt mir keine Chance zu sehen, wo er ist.
An manchen Tagen kommt er mir entgegen und wenn Sonne ist, glänzt diese auf dem Fell seines Rückens. Für mich sieht das dann so aus, also ob ein Sonnenpunkt rhythmisch über die Wiese auf mich zu kommt.
In diesen Momenten freue ich mich an meiner Weise zu sehen, denn ich finde es schöner, als einfach nur ein gehendes Pferd zu sehen. Auf meine Sichtweise zieht auch Sonne in mein Herz.